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Hermannslauf 2011

Die Geschichte dieses Hermannslaufs beginnt dieses Jahr eine Woche vor dem Lauf. Samstag abend und ich war meilenweit von einer Teilnahme entfernt. Der Rücken plagte mich schon seit einigen Wochen, doch hatte ich das Problem immer mehr im Griff und konnte Woche für Woche aufholen. Bestzeiten waren nicht zu erwarten, schliesslich war für mich erst seit Anfang/Mitte März ein regelmäßiges Training möglich, aber irgendwie sagten mir die Trainingszeiten, das ich grundsätzlich besser drauf bin als noch vor einem Jahr.
Nun, was nützen die besten Trainingszeiten wenn man sich eine Woche vor dem Ereignis noch eine Muskelverhärtung im Rücken holt?? Ich konnte nicht mehr gerade gehen oder stehen und jede unkontrollierte Bewegung führte starke Schmerzen mit sich. Passiert war dies bei der Gartenarbeit und natürlich sass ich am Montag morgen beim Arzt um meine Möglichkeiten abzuchecken: Geht da noch was? Oder anders: Kann ich den Hermannslauf überhaupt mitlaufen??
Der Arzt war überaus positiv und optimistisch, mit Gymnastik würde ich das Ganze in den Griff bekommen und am Sonntag meine 28. Teilnahme am Hermannslauf vollenden können. Ich konnte seinen Optimismus nicht so sehr teilen aber ich versuchte nun mit täglichen Dehnübungen die Schmerzen zu lindern und wenn ich mich nicht dehnte dann mit Salben und Wärmepackungen die Muskeln locker zu bekommen.
Dienstagabend stand ich zum ersten Mal wieder auf meinem Crosstrainer und Donnerstagabend gab es den ersten und zugleich letzten Probelauf, der aber weder ein total Desaster, noch eine richtige Befreiung brachte. Weiterhin waren also berechtigte Zweifel angesagt.
Samstagmorgen, ein kurzer Testlauf zwischen Haustür und Mülltonne brachte dann zum aller ersten Mal einen schmerzfreien Lauf (wenn man bei diesen 5 Metern überhaupt von einem Lauf reden kann). Aber 5 Meter gehen, dann auch 50 oder 5000. Und mit ganz viel Glück auch mehr.
Was will man also machen, der „Hermann“ ist eine Veranstaltung die dazu gehört, ohne „Hermann“ im April geht es nicht und daher wollte ich auf jeden Fall dabei sein – egal welche Zeit ich am Ende dabei heraushole. 4Stunden? Egal, Hauptsache dabei sein. In einem Jahr interessiert es keinen mehr wenn man mal einen schlechten Lauf hatte.

Die Nacht zuvor verlief nicht gut, es war auch glaube ich Vollmond. Aber egal, ich hatte schon weniger geschlafen vor ein paar Jahren und am Ende kam dabei eine gute Zeit heraus. Kaum war ich losgefahren sah ich schon die ersten Frühaufsteher auf den Straßen – natürlich mit Hermannslauftüte – sie laufen also wieder. Das Parkhaus musste ich schon bis ganz oben fahren um einen Platz zu bekommen und dann ging es auch schon per Bus zum Hermannsdenkmal. Strahlender Sonnenschein, 16°C, also Top-Bedingungen für einen guten Lauf, nicht so warm wie die Jahre zuvor. Warum musste das nur mit dem Rücken passieren?

Jetzt hatte ich mir im Vorhinein Gedanken gemacht wie ich den Lauf angehen werde. „Höchste Konzentration“ sagte ich mir. Langsam laufen, zumindest die erste Hälfte und dann vielleicht mal schauen was noch so geht. Schon oft hatte ich mir das gesagt, aber wenn die Meute vom Hermannsdenkmal herunterstürmt ist es meist aus mit den guten Vorsätzen und man geht zu schnell an und hintenraus ist keine Luft mehr. Aber was ist wenn ich gleich von Anfang an oder besser gesagt noch vor dem Start jegliche Ambitionen nach vorne versuche auszuschalten und den Entspanngang einlege? 31 Kilometer sind lang genug um hintenraus aufzuholen oder eben massig zu verlieren wenn keine Kraft mehr da ist.
Und so ordnete ich mich gleich von Anfang an hinten ein. Als der Startschuß zur zweiten Gruppe fiel ließ ich sie alle erst einmal laufen ehe ich mich langsam zur Startlinie begab. Auch andere wollten es entspannt angehen und so konnten wir völlig frei ohne Gedrängel (nach 4,5 Minuten war ich erst bei der Startlinie) den Hermann umrunden und nur vereinzelt liefen wir die Straße herunter, die Masse war also schon weg. Ein kurzer Blick zurück und es waren nur wenige hinter mir, noch war ja die dritte Gruppe nicht gestartet. Doch die Herrlichkeit hielt nicht lange an, schon am Ehberg waren viele eingeholt und es staute sich ein wenig. Neben mir unterbrach jemand die Stille: „Wenn die Spitzengruppe das Tempo vorne rausnimmt, das merkste selbst bis hier hinten“.
Schon bald waren wir oben und es ging bergab zur Panzerstraße. Die Gedanken, die ich mir vorher machte („Hält denn der Rücken?“) waren wie verflogen, es gab keine Rückenprobleme mehr. Nur die linke Wade fing an zu zwicken, aber das hatte ich bislang im Griff. Auf der Panzerstraße war wie immer viel los und am Ende der kurzen Steigung stand die Familie, bei denen ich mein Laufhemd abgab und nun fortan nur noch mit T-Shirt unterwegs war, also alles oder nichts.

Die nächsten Kilometer vergingen wie im Flug. Stapellager Schlucht, Tönsberg (den ich sehr gut hochkam) und auch nach Oerlinghausen hinein verlief alles ganz locker. Der Grund war wohl auch, daß ich es komplett vermied auf die Uhr zu schauen und nur nach meinem Gefühl lief. Ich wollte keinen Druck durch das ständige auf die Uhr schauen aufbauen und es bekam mir richtig gut. „Höchste Konzentration“ sagte ich mir immer wieder und nahm das Tempo raus, der „Hermann“ fängt erst auf der zweiten Hälfte richtig an.
Schopketal, Wandweg, Lämershagener Treppen (Ja, dieses Jahr war ich ein „Weichei“, ich gebe es zu), alles verhältnismäßig locker. Rauf zum „eisernen Anton“, ich merkte wie ich besser hochkam als sonst die Jahre. Klar war es auch dieses Jahr schwer, aber ich quälte mich nicht mehr so wie sonst die Jahre. Noch einmal die Treppen rauf, Stück gehen, wieder laufen. 5 Kilometer vor dem Ziel kamen die ersten Krampfankündigungen, die bis zum Schluß gottlob nicht schlimmer wurden. Noch 4 Kilometer, über die Straße und diesen kleinen verflixten Anstieg doch tatsächlich geschafft hochzulaufen. Weiter ging es. Einige überholten mich, aber ich lief und das war es was zählte. Solange ich laufe war alles in Ordnung. Tränenhügel, nur kurz gegangen und auch hier kein Blick zur Uhr. Es lief so gut, daß ich mir innerlich schon die besten Zeiten erhoffte. Erst 300m vor dem Ziel wagte ich es auf die Uhr zu schauen, da ich wusste den Rest schaffe ich jetzt auch laufenderweise und ich war völlig überrascht wie spät es schon war. Wo hatte ich die Zeit gelassen?? Die letzten Meter, schnell die Nettozeit im Kopf heruntergerechnet (am Ziel lief die Zeit für die A-Gruppe) und so kam ich nach 3h und 12 Minuten im Ziel an. Glücklich über die Art und Weise wie der Lauf dann doch zu einem Erfolg wurde, ein klein wenig entäuscht das ich nicht 5-10 Minuten schneller war. Aber letztendlich interessiert die Zeit später überhaupt keinen, die 28. Teilnahme war vollbracht und die Erkenntnis, die ich aus dieser Zeit mitnehme ist, daß es nicht mehr reicht nur zu trainieren, ich muß auch Gymnastik machen, meine Wade, mein Rücken und vielleicht auch die Gesamtverfassung mögen es mir danken. Und in einem Dreivierteljahr soll man mich an diese Worte erinnern, wenn es wieder heißt: der nächste „Hermann“ kommt bestimmt
21.4.11 12:27
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


brainlord / Website (15.5.11 17:07)
sehr toller artikel und unterhaltsam

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